Warum viele Banken mit veralteten Kontomodellen täglich Geld verlieren?

Immer mehr Banken erhöhen in den letzten Tagen die Kontoführungsgebühren. Die Preiserhöhungen werfen grundsätzlich Fragen zur Preisgestaltung und Kundenbindung auf. Auch wenn solche Maßnahmen kurzfristig zu höheren Einnahmen führen, birgt eine reine Preiserhöhung erhebliche Risiken. Kunden, die keinen klaren Nutzen für die gestiegenen Kosten wahrnehmen, denken oft über einen Bankwechsel nach. Zudem leidet das Image der Bank, wenn der Eindruck entsteht, dass Preiserhöhungen als Selbstzweck betrachtet werden. Die Auswirkungen sind auf das Kundenverhalten nicht zu unterschätzen.

Die Problematik der Differenzierung: Die Kontomodelle mit Differenzierung nach Vertriebswege sind nicht mehr zeitgerecht!

In der Bankenbranche sind klassische Kontomodelle wie „Online“, „Pauschal“ oder „Klassik“ weit verbreitet. Eine rein nach Vertriebswegen differenzierte Preisstruktur wird der Realität eines modernen Banking-Erlebnisses nicht mehr gerecht und solche Modelle gehören der Vergangenheit an. Kunden nutzen in einen Omnikanal-Welt oft mehrere Kanäle parallel und erwarten ein nahtloses Erlebnis über alle Kanäle hinweg. Onlinezugang ist heute ein Standard und Kunden erwarten, dass sie digitale Services selbstverständlich nutzen können – unabhängig vom gewählten Kontomodell. Weil Kunden in günstigeren Online-Kontomodell wechseln oder sich gar nicht erst für höherpreisige Angebote entscheiden, verschenken Banken täglich Erträge im Zahlungsverkehr. Das Festhalten an starren Modellen führt nicht nur zu verpassten Einnahmechancen, sondern auch zu einer wachsenden Kluft zwischen den Angeboten der Bank und den Bedürfnissen ihrer Kunden.

Was können Banken von anderen Brachen lernen?

Andere Industrien haben längst verstanden, dass Kunden individuell wählen möchten, wofür sie bezahlen. In der Automobilbranche etwa wählen Kunden bei der Fahrzeugkonfiguration gezielt aus einer Grundausstattung und verschiedenen Paketen, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Ein ähnliches Prinzip verfolgt die Deutsche Bahn: Kunden können bei der Buchung selbst entscheiden, ob ihnen eine Sitzplatzreservierung, flexible Ticketoptionen oder Stornomöglichkeiten wichtig sind – und zahlen nur für die Leistungen, die sie tatsächlich in Anspruch nehmen möchten. Auch in der Telekommunikationsbranche wird diese Flexibilität gelebt. Hier entscheiden Kunden, ob sie bestimmte Minutenpakete, Datenvolumen, Zusatzsoftware oder sogar Streamingdienste in ihre Tarife integrieren möchten.

Die Kontomodelle der Zukunft sind flexibel und modular!

Ein solches Baukastensystem – auch bekannt als „Mass Customization“ – könnte auch in der Bankenbranche zum Erfolg führen. Es erlaubt Kunden, ihr Konto nach ihren individuellen Bedürfnissen zu gestalten. Kunden schätzen und sind bereit, für echten Mehrwert zu bezahlen. Die Zukunft gehört flexiblen und modularen Kontomodellen. Ein solches Modell besteht aus:

  • Grundmodul: Eine Basis, die die essenziellen Leistungen abdeckt.
  • Zusatzmodule: Kunden können aus verschiedenen Zusatzleistungen wählen, die ihnen echten Mehrwert bieten

Mehr Erträge mit individuelle Lösungen bei gleichzeitiger Kundenzufriedenheit!

Veraltete und stare Kontomodelle bremsen die Ertragskraft ihrer Bank. Wer sein Angebot nicht grundlegend überdenkt, riskiert, den Anschluss zu verlieren. Die Zahlungsbereitschaft der Kunden ist für innovative, modulare Lösungen auch in Banken ausgeprägt. Modulare Kontomodelle bieten eine doppelte Chance: Sie stärken die Kundenbindung und steigern die Erträge im Zahlungsverkehr.

Sind Sie bereit, Ihre Kontomodelle neu zu denken?

Haben Sie Gesprächsbedarf? Ich unterstütze Sie gerne bei Analyse Ihres Portfolios, Pricing-Strategien und der Entwicklung innovativer, zukunftsfähiger Lösungen. Schreiben Sie mir und lassen Sie uns gemeinsam das Potenzial Ihres Zahlungsverkehrs im Privat- und Firmenkundengeschäft voll auszuschöpfen.

Herzliche Grüße

Prof. Dr. Argjent Demiri

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